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Spinat-Mohn-Muffins

IMG_0936Heute teile ich mal ein totales Experiment mit euch. Hin und wieder hat man ja so Momente, da muss man einfach mal was ausprobieren, weil man glaubt, dass es sich lohnt. Manchmal stimmt das, manchmal nicht. Jedenfalls hat Sonja von the whitest cake alive schon vor ein paar Wochen fruktosearme Kumquat-Financiers gebacken, bei deren Anblick ich zuerst dachte, dass es sich um pikante Muffins handelt, die mit Scheiben von Minitomaten verziert sind. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, ob ich nicht eine neue Brille brauche, aber das ändert nichts daran, dass der Gedanke da war, dass ich doch mal wieder pikante Muffins backen könnte und diese mit Minitomatenscheibchen verzieren könnte. Und dann dachte ich mir, dass ich diese mit Mohn und Spinat backen könnte. Und dann stellte ich fest, dass ich kein einziges Rezept im Netz gefunden habe, wo mit Mohn pikant gebacken wird und der Mohn mehr als eine kleine Verzierung ist. Ich hab es dann aber trotzdem einfach mal ausprobiert.
IMG_0930Zutaten:
200g Mohn (gemahlen)
200g Mehl
150g Spinat
100ml Olivenöl
3 Eier oder 150g Seidentofu
Salz
Kirschtomaten
Da es wie pikante Muffins werden sollen, sollte man logischerweise einfach gemahlenen Mohn kaufen und keine fertige (und gesüßte) Mohnfüllung oder ähnliches. Ich habe den Mohn zunächst mit dem Mehl und Salz gemischt. Seid beim Salz vorsichtig, ich hab gar nicht so viel genommen, aber es ist trotzdem sehr salzig geworden. Zum Mohnmehl kommen dann die feuchten Zutaten, also Eier (oder Seidentofu), Öl und aufgetauter, gehackter Spinat. Ich denke, dass man auch Rahmspinat verwenden kann.
Nun füllt man den Teig in Muffinförmchen. Bei mir passte die Teigmenge sehr gut für 12 Förmchen mit 100ml Inhalt. Nun habe ich Kirschtomaten in Scheiben geschnitten und damit die Muffins verziert. Dann kamen sie für ca. 25 Minuten bei 180°C Umluft in den Backofen.
Relativ direkt nach dem Backen haben die Muffins extrem trocken geschmeckt. Da war ich gar nicht begeistert. Ich hab mir dann überlegt, dass ich sie vielleicht mit ein bisschen Käse überbacken könnte, was tatsächlich schon mal deutlich besser war. Und dann hab ich sie zwei Tage stehenlassen. Und dann hab ich nochmal welche davon mit etwas Käse überbacken gegessen und fand sie deutlich besser, als frisch. Also die müssen ein wenig durchziehen. Und ich glaube dann passt eine Tomatensoße super dazu. Eigentlich schmecken sie nämlich schon gut, sie sind eben nur etwas trocken. Also Tomatensoße dazu machen und vielleicht noch mit ein wenig Käse überbacken.
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So, und dann habe ich vorhin noch überlegt, dass man diese Muffins ja nun wirklich super einfach vegan abwandeln kann. Ich habe sie mit Ei gebacken, aber man das Ei auch weglassen oder eben durch etwas Seidentofu ersetzen. Natürlich kann man auch so veganen Eiersatz kaufen, ich glaube der ist aber eher teuer. Da ich ja selbst nicht nur keine Veganerin bin, sondern auch nicht vorhabe eine zu werden, ist das mit dem Ei oder so ja für mich kein Hindernis etwas zu backen, aber grundsätzlich mache ich mir ja schon hin und wieder Gedanken darüber, wo man weniger tierische Produkte verwenden kann, dann kann man sich da, wo man sie verwendet nämlich auch auf Produkte aus artgerechter Haltung zurückgreifen, was ja durchaus wünschenswert ist.
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P.s.: Ich brauche übrigens tatsächlich eine neue Brille und noch dringender eine neue Sonnenbrille.

Blumenkohl-Spargel-Rahmsuppe

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Das Rezept, das ich heute für euch habe wollte ich ja eigentlich schon vor ein paar Tagen verbloggen, aber ihr kennt das ja. Immerhin, jetzt ist es soweit. Es gibt Blumenkohl-Spargel-Suppe. Leider hat Suppe ja den Nachteil, dass sie eher unfotogen ist, aber ich hoffe, ich habe es trotzdem geschafft ein paar Bilder zu machen, die halbwegs einfangen, dass es sich durchaus lohnt diese Suppe nachzukochen.
IMG_0911Zutaten
1kg Blumenkohl
750ml Spargelbrühe
200ml Sahne
200g Gouda
Salz, Pfeffer
Nach Belieben:
Etwas Mandel-Tajine-Pesto zum Verfeinern

Zunächst mal ein paar Worte zur Spargelbrühe: damit meine ich letztlich das Kochwasser vom Spargelkochen. Ich habe das nach dem Spargelkochen nochmal mit etwas frischem Wasser aufgegossen und die ganzen Spargelschalen noch für eine halbe Stunde bei niedriger Temperatur sieden lassen, damit die Brühe so richtig schön nach Spargel schmeckt. Ihr wisst ja, die Schalen des Spargels geben dabei auch nochmal ordentlich Geschmack ab. Ich habe keine weitere Würze in diese Brühe getan.
Kommen wir zur eigentlichen Suppe. Ich hatte tiefgekühlten Blumenkohl, es geht aber genauso gut mit frischem. In jedem Fall kocht man den Blumenkohl in der Spargelbrühe, bis er weich ist. Wenn man TK-Blumenkohl hat, dann kann man sofort ein paar Rösschen draußen liegen lassen, wenn man frischen nimmt, dann fischt man nun ein paar Röschen raus und legt sie zur Seite. Nun kommt die Sahne dazu und man püriert die Suppe mit dem Zauberstab. Wenn dabei ein paar Stückchen Blumenkohl übrig bleiben ist das auch nicht weiter schlimm, es kommen ja dann auch jetzt die Blumenkohlrösschen, die man zur Seite gelegt hatte wieder in die Suppe. Nun schneidet man den Gouda in kleine Würfel und rührt diese ebenfalls in die Suppe. Sie sollen nicht komplett schmelzen, sondern nur ein wenig anschmelzen, an sich aber ihre Form behalten. So, und jetzt kann man mit Salz und Pfeffer würzen und fertig. So ist die Suppe schon total lecker, ich war selbst erstaunt, wie gut die Spargelbrühe und der Blumenkohl miteinander harmonieren. Ich hatte vor Jahren mal eine ähnliche Suppe gemacht, aber mit normaler Gemüsebrühe, aber mit der Spargelbrühe war es einfach nochmal um Längen besser. Und durch die Käsewürfelchen und die Sahne ist die Suppe auch sättigend.
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Ich habe noch ein wenig Mandel-Tajine-Pesto von Papillon zu der Suppe getan, die ich mir ins Büro zum Mittagessen mitgenommen hatte. Das hat gut gepasst und noch einen kleinen zusätzlichen Pepp gegeben. Das Pesto ist, wie der Name schon andeutet, orientalisch gewürzt und sehr, sehr lecker. Ich habe auf der SlowFood-Messe ein Glas davon zum Probieren zur Verfügung gestellt bekommen und bin wirklich vom Geschmack und auch von der Qualität überzeugt. Ich finde auch die Idee toll, ein Pesto mal orientalisch zu würzen, sonst kennt man ja eher die italienischen Versionen. Das Pesto ist übrigens sowohl bio, als auch vegan. Man kriegt es noch nicht in so vielen Geschäften, aber dafür verkauft Papillon auch über einen Shop bei Dawanda. Alternativ zu diesem Pesto passt aber bestimmt auch ein Pesto alla Genovese und auch ohne Pesto war die Suppe wie gesagt schon extrem lecker.
Ich habe die Fotos im Büro gemacht, weil ich wie gesagt eine Portion mit zur Arbeit genommen hatte. Das hatte ich mir etwas ungünstig ausgedacht, weil wir ausgerechnet an dem Tag mittags den Strom ausgestellt bekommen haben, sodass ich die Suppe gar nicht in der Mikrowelle aufwärmen konnte, aber mir hat sie auch kalt gut geschmeckt.

Schokoladige Pralinen-Gugl

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In den letzten Tagen war es ja recht ruhig hier, aber heute muss ich endlich mal wieder einen Beitrag schreiben. Ich habe zuletzt vier neue Kochbücher bekommen, was, wenn man bedenkt, dass ich eigentlich keine Kochbücher kaufen will, solange ich nicht aus jedem mindestens zwei Rezepte gekocht habe, schon ein bisschen tragisch ist. Immerhin habe ich aber eines der Bücher geschenkt bekommen und nur drei der vier Bücher selbst gekauft und zwei habe ich auch nur gekauft, weil ich die Backformen haben wollte. Tja, und heute stelle ich euch die eine Form mal vor, zumindest ein kleines bisschen.
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Ich habe mir nämlich das Buch Feine Party-Gugl: Herzhafte & süße Rezeptideen für kleine Gugelhupfe.* gekauft, das im Set mit zwei Silikonbackformen für je 9 kleine Gugl geliefert wird. Vor allem eben, weil ich die Guglbackformen so gerne haben wollte. Aber irgendwie ist es auch ganz praktisch, dass bei den Formen das Buch mit den Rezepten dabei ist, da man ja doch erstmal ein Gefühl dafür bekommen muss, welche Teigmengen für so Mini-Gugl gebraucht werden.
Ich habe heute mal Schokogugl gebacken und dafür das Originalrezept nur relativ wenig abgewandelt, weil ich ja auch erstmal üben muss, für so kleine Formen Rezepte zu machen.

IMG_0928Zutaten:
20g Kakao
60g Mehl
50g Puderzucker
1 Prise Salz
1 Ei
60g Butter
50g saure Sahne
200g Vollmilch- oder Zartbitterkuvertüre
1 EL Nussnougatcreme

Ich habe zunächst die trockenen Zutaten miteinander vermischt, da sowohl Kakao, als auch Puderzucker dazu neigen ein wenig Klümpchen zu bilden und der Teig sich besser zusammenrühren lässt, wenn sie schon vorher vermischt sind. Dann habe ich Ei, in der Mikrowelle geschmolzene Butter und die saure Sahne zugegeben und alles zu einem glatten Teig verrührt. Dieser ist relativ weich, deswegen kann man ihn problemlos mit einem Löffel verrühren, ein Mixer oder so wäre eher Verschwendung.
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Um die Formen zu befüllen empfiehlt das Rezeptbuch den Teig in einen Spritzbeutel zu füllen und dann in die Formen zu spritzen und ich denke, das ist wirklich die sinnvollste Vorgehensweise. Man braucht natürlich keine besondere Spritztülle, sondern kann den Beutel einfach so ohne nehmen, es geht ja nur darum den Teig in die Formen zu kriegen. Man kann anstelle eines Spritzbeutels natürlich auch einen Gefrierbeutel oder so nehmen, von dem man eine Spitze abschneidet, da es ja wie gesagt nicht um die Form geht, ist das hier nicht mal ein optischer Nachteil.
Die Gugl werden für ungefähr 18 Minuten bei 180°C Umluft im vorgeheizten Backofen gebacken. danach lässt man sie ein wenig auskühlen und holt sie aus den Formen. Das hat bei mir ganz einfach geklappt, ich habe die ausgekühlten Formen ein kleines bisschen mit den Fingern bewegt und die Gugl sind schon rausgefallen, also wirklich total einfach, da war ich doch ein wenig begeistert.
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Ich habe dann die Gugl erst einmal komplett mit Kuvertüre überzogen und trocknen lassen, dabei ist das Loch in der Mitte bei den meisten von der Kuvertüre verschlossen worden unten. Dann habe ich die Nussnougatcreme in eine kleine, aus Backpapier selbst gedrehte, Spritztüte gefüllt und in die kleinen Mulden gefüllt. Da braucht man wirklich nicht viel, diese Mulde ist ja nicht sehr groß, deswegen reicht ein Esslöffel. Und dann habe ich oben nochmal eine Schicht Kuvertüre auf die Creme gemacht, um diese zu verschließen. Wenn man mag kann man die Pralinengugl nun noch verzieren, zum Beispiel mit etwas weißer Kuvertüre.
Ich werde beim nächsten Mal vielleicht noch ein kleines Haselnüsschen auf die Nougatcreme setzen, bevor ich die Kuvertüre darüber gieße, ich glaube das würde sehr gut passen.
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So, und weil dieses Rezept ja wirklich sehr schokoladig ist, passt es wunderbar zum Blogevent „Death by choclate“ vom Kochtopf zusammen mit Sibel von Insane in the Kitchen.
Übrigens sind die Schokogugl auch ohne Füllung und ohne Kuvertüre schon total lecker. Dann sind sie halt nur noch nicht ganz so zum Sterben schokoladig.
Blog-Event CVIII - Death by Chcolate (Einsendeschluss 15. Mai 2015)
Auf den Fotos sieht man übrigens, dass einige Gugl Löcher am Rand hatten, das ist offenbar beim Einfüllen des Teiges passiert, den ich scheinbar nicht bei allen Gugl ordentlich ohne Luftblasen in die Formen gespritzt habe, da muss man also ein kleines bisschen aufpassen, wirklich schwierig ist das aber nicht. Und zur Not kann man mit der Kuvertüre und der Nougatfüllung ja auch noch ein paar kleine Fehler kaschieren. (Ach ja, das Plüschige im Hintergrund, das ist der kleine Kater, der unbedingt auf dem Tisch sitzen wollte, auf dem ich die Gugl fotografiert habe…)
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Kleiner Nachtrag: Ich hab mal noch ein paar Gugl mit einer Mandel zusätzlich zur Nougatcreme gefüllt (Haselnüsschen hatte ich keine da und wollte keine kaufen) und ich habe mal ausprobiert, ob die kleinen Muffin-/ Pralinenförmchen von Ikea vielleicht von der Größe passender sind für die Gugl, als normale Pralinenförmchen, sie sind aber auch noch etwas zu klein. Normale Muffinförmchen sind dafür zu groß. Also da muss man wohl selbst basteln, damit es passt, oder eben die Gugl ohne Förmchen servieren.

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Spätzle-Karotten-Auflauf

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Im Moment schaffe ich es ja leider nicht an all den tollen Blogparaden teilzunehmen, an denen ich gerne teilnehmen würde und dann auch noch hin und wieder die Posts zu veröffentlichen, die sonst noch so „anstehen“. Aber für die Spätzleparade von Birkel und Cookin habe ich schon so lange den Beitrag in der Warteschleife, dass es wirklich verwerflich wäre, wenn ich ihn jetzt nicht mehr rechtzeitig veröffentlichen würde. Heute gibt es also Spätzle bei mir, als Auflauf, mit Karotten in Bechamelsoße.
#SpätzleParade Die Initiative für neue Ideen rund um Spätzle. Mehr auf cookin.de/spaetzle

IMG_0757Zutaten
300g Birkel Schwäbische Hausmacher Spätzle
500g Karotten
2-3EL Mehl
2-3 EL Butter
300ml Milch
100g geriebener Käse
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Am besten hobelt man zuerst die geschälten Karotten in dünne Scheiben. Ich habe dazu die grandiose Hobelscheibe von meiner Küchenmaschine benutzt, ich bin ja immer noch total begeistert, dass damit sowas wie Karotten hobeln plötzlich total schnell geht und einem hinterher auch gar nicht die Arme wehtun.
Dann habe ich die Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen und nach und nach das Mehl eingerührt. In die Mehlbutter wird dann nach und nach die Milch gerührt. Wenn man das etappenweise macht kann man besser vermeiden, dass man Klümpchen bekommt soweit ich weiß. Ich habe glaube ich irgendwo schon mal damit angegeben, dass ich noch nie Klümpchen in meiner Bechamel hatte und das deswegen nur vom Hören-Sagen weiß, was man falsch machen kann? Ich glaube ein Trick ist auch, dass man die Mehlbutter nicht zu dick macht, zur Not kann man auch hinterher nochmal ein wenig weiteres Mehl in die Bechamelsoße rühren, wenn sie einem nicht dick genug ist. Deswegen sind die Mengenangaben auch nur so ungefähr, ich mache das immer nach Gefühl.
Die Bechamel würzt man relativ kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss, wer möchte kann auch ein wenig Brühepulver unterrühren, das fand ich allerdings unnötig. Dann kommen die Karottenscheibchen dazu und werden untergerührt, kochen muss man die Karottenbechamel jetzt nicht mehr, man kann sie aber noch auf der warmen Herdplatte stehenlassen während man die Spätzle vorkocht. Da noch alles in den Ofen kommt, müssen die Spätzle nicht vollständig gegart werden, aber ich finde es bei Spätzle doch besser, wenn man sie vorgart, sonst werden sie für meinen Geschmack nicht weich genug.
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Nun schichtet man Spätzle und Karottenbechamel in eine Auflaufform, also zuerst Spätzle, darauf Karottenbechamel, wieder Spätzle, wieder Karottenbechamel. Mehr Schichten wird man wohl in keine Auflaufform kriegen. Zu oberst streut man dann noch den geriebenen Käse über den Auflauf und dann kann alles für eine gute halbe Stunde in den Backofen, bei so etwa 180°C Umluft.
Fertig!
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Man kann natürlich anstelle zu schichten auch einfach Nudeln und Karottenbechamel miteinander vermischen und dann mit Käse überbacken im Ofen. Aber das hat meine Topfwahl nicht zugelassen und ich wollte doch ungerne noch einen weiteren Topf dreckig machen. Und außerdem sind geschichtete Aufläufe toll.

[Rezension] Die Am-liebsten-jeden-Tag-einfach-lecker-Veggie-Küche


Bei Lovelybooks gab es mal wieder eine Koch-Leserunde und ich hatte das Glück, dass ich wieder dabei sein konnte. Nachdem ich von dem Kochbuch (Go Raw) der Kochchallengerunde ja eher enttäuscht war, hat mir „Die am liebsten jeden Tag einfach lecker Veggie Küche“ von Stevan Paul deutlich besser gefallen und das nicht nur weil er selbst auch Foodblogger ist.

Autor Stevan Paul
Preis gebunden: 19,99€
eBook: 15,99€
Seiten 192
Verlag Gräfe und Unzer Verlag GmbH
Genre Kochbuch, Vegetarisch
Erscheinungsdatum 4. März 2015

Über das Buch (von der Verlagsseite)
100 internationale grüne Rezeptideen von Erfolgsautor und Food-Blogger Stevan Paul. Das Beste aus den Küchen der Welt überraschend neu interpretiert.

Vegetarisch kochen, und das Ganze einfach, schnell und auch noch international? Was nach der Quadratur des Kochbuch-Kreises klingt, ist dem bekannten Kochbuchautor und Food-Blogger Stevan Paul mühelos gelungen: In Die Am-liebsten-jeden-Tag-einfach-lecker-Veggie-Küche mit 100 grünen Rezepten hat er das Beste aus den Küchen der Welt überraschend neu interpretiert! Das Besondere: Alle Rezepte gelingen ganz einfach, denn sie kommen mit wenigen Zutaten und vor allem ohne exotische Spezialprodukte aus, sind ausführlich beschrieben und stehen dennoch in kurzer Zeit verlockend duftend auf dem Tisch. Aber nicht nur Kocheinsteiger werden mit Stevan Pauls kleiner Veggie-Bibel glücklich und satt – auch vegetarisch Eingeschmeckte auf der Suche nach neuen Alltagsgerichten sowie alle Teilzeitvegetarier werden garantiert fündig. Zusätzlich Appetit machen viele persönliche Tipps und Teaser zu den Rezepten, die richtige Portion Warenkunde sowie viele vegane Varianten.

Meine Meinung
Aufteilung:

Das Buch ist nicht danach aufgeteilt, wo in der Menüreihenfolge das Gericht am ehesten zu finden ist, sondern danach, woher die Inspiration für das jeweilige Rezept kommt. Es gibt die Kategorien „Der coole Norden“ (Nordeuropa), „Der relaxte Süden“ (Südeuropa), „Das heiße Asien“ und „Der würzige Orient“. Diese Aufteilung gefällt mir gut, da es sich bei allen Rezepten mehr oder weniger um Hauptgerichte handelt, hat man von dieser Aufteilung auf jeden Fall mehr, als von der klassischen. Es gibt ein paar Rezepte, bei denen ich die Einordnung nicht so ganz passend finde, aber Chili sin Carne passt halt auch in keine der Kategorien so richtig und immerhin werden die verwendeten Gewürze im Orient auch oft verwendet.

Die Zusatzinfos
Es gibt auch in diesem Kochbuch ein paar einführende Worte und ein Einführungskapitel, in dem es um vegetarische Eiweißquellen geht. Außerdem gibt es zu jedem Kapitel eine kleine Einführung, was die Küche des Kapitels ausmacht. Ich finde diese Einführungen hier gelungen, da sie nicht zu lang sind und wirklich interessante Infos bringen. Besonders dass kurz angesprochen wird, dass Parmesan aufgrund der Verwendung von tierischem Lab nicht vegetarisch ist und welche vegetarischen Alternativen es gibt, finde ich sehr gut. Man kann sich jetzt darüber ärgern, dass im Buch trotzdem Rezepte mit Parmesan auftauchen, dadurch, dass das Thema vorher angesprochen wird, finde ich das aber okay.

Die Rezepte
“Aus dem coolen Norden” habe ich bisher vier Rezepte gekocht, aus den anderen Kapiteln jeweils eines. Aus dem Norden gab es bei mir Spinatblätterteigschnecken, Erbsen-Linsen-Eintopf, Brat-Süßkartoffeln mit Spiegelei und Rahmlinsen mit Senfbirnen und Räuchertofu. Alle vier Gerichte waren lecker, wobei ich die Brat-Bataten am langweiligsten fand, weil sie ziemlich trocken geworden sind und auch wenn Süßkartoffeln verwendet wurden ist das Rezept in meinen Augen nicht extrem innovativ. Die Spinatblätterteigschnecken waren auch inhaltlich keine übermäßige Neuheit für mich, Spinat und Feta in Blätterteig ist ja eine sehr bekannte Mischung (man vergleiche mein gestriges Rezept). Dass die Schnecken nicht sonderlich formschön waren laste ich mir aber selbst an, ich hatte zu viel und zu feuchte Füllung. Wirklich richtig gut gefallen hat mir dafür der Erbsen-Linsen-Eintopf, den ich gleich mal mit Würstchen als Beilage gemacht habe, weil ich kein Räuchertofu bekommen habe. Da der Eintopf auch ohne Beilage schon lecker war, kann ich ihn aber auch für Vegetarier wärmstens empfehlen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Für die Rahmlinsen haben ich dann Räuchertofu bekommen und werde es beim nächste Mal weglassen. Die Linsen und die Birnen waren toll und haben gut zusammengepasst, das Tofu war trocken und langweilig und in meinen Augen überflüssig.

IMG_0806Erbsen-Linsen-Eintopf IMG_0840Brat-Süßkartoffeln mit Spiegelei
IMG_9313Blätterteigspinatschnecken IMG_9321Rahmlinsen mit Senfbirnen und Räuchertofu

“Aus dem relaxten Süden” gab es bei mir Polenta mit Spinat und pochiertem Ei. Eigentlich ist das auch kein extrem neues Rezept, da ja doch eine starke Ähnlichkeit zu Kartoffel(brei) mit Spinat und Ei zu finden ist, die Umsetzung hat mir aber trotzdem gut gefallen, die Idee Polenta anstelle von Kartoffelbrei zu nehmen sagt mir zu, besonders da ich noch Unmengen davon hier rumstehen habe und immer nicht wusste, was ich damit leckeres kochen könnte.
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“Aus dem würzigen Orient” gab es ein Duo-Kartoffelcurry aus Kartoffeln und Bataten, bei dem ich die Bratpaprika weggelassen habe, das aber auch ohne sehr lecker war. Ich habe hier allerdings statt der angegebenen Menge Öl nur etwa ein Drittel verwendet, 8 EL fand ich nämlich deutlich zu viel und sie waren geschmacklich auch absolut nicht notwendig.IMG_0830
Und zu guter Letzt habe ich “aus dem heißen Asien” Zitronengrassuppe mit Ramen-Nudeln gekocht. Bei jedem Rezept stehen ein paar kleine Tipps dabei, bei diesem waren es Ideen zum Austausch von Zutaten, woraufhin ich das Zitronengras durch Ingwer und die Ramen-Nudeln durch Vollkornspaghetti ersetzt habe. Die Suppe war sehr lecker, super schnell gemacht und vielleicht gibt es sie ja auch bei euch bald mal? Hier ist meine Version dieser Suppe:

IMG_0816Zutaten:
100g Vollkornspaghetti (statt Ramen-Nudeln)
(1 kleine frische Chilischote habe ich weggelassen)
Ingwer und der Saft einer Limette (statt 2 Stangen Zitronengras)
500ml Gemüsebrühe
400ml Kokosmilch
1 EL Currypulver
4 EL Chili-Erdnuss- und Cashewkerne gemischt (statt gesalzene Cashews)
1 kleine Zwiebel (im Buch rot)
200g TK-Spinat (statt frischer Babyspinat)
2 EL Erdnussöl (statt 4 EL)
Zuerst kocht man die Nudeln und stellte sie zum Abtropfen zur Seite. Nun wird die Zwiebel in dünne halbe Ringe geschnitten und im Öl angebraten. Dazu kommt ein Großteil der gemischten, gehackten Kerne, eine Handvoll hebt man für die Deko auf. Wenn die Zwiebeln angebraten sind gießt man Brühe, Kokosmilch und Limettensaft dazu, außerdem kommen jetzt das Currypulver und entweder geriebener frischer Ingwer oder Ingwerpulver dazu. Den Spinat habe ich tiefgekühlt dazugegeben und alles zusammen aufkochen lassen. Wenn die Suppe aufgekocht ist gibt man die Spaghetti dazu und lässt sie noch einmal kurz aufblubbern und dann kann man auch schon servieren.
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Im Buch werden Zwiebeln und Cashewkerne mit den Nudeln im Wok angebraten und dann erst zur Suppe gegeben, ich hatte aber keine Lust auf mehr als einen Topf und habe das deswegen gelassen. Da es sehr lecker war, war das Anbraten der Nudeln offenbar nicht so wichtig für den Geschmack.

Kritikpunkte
Auch wenn mir das Buch im Großen und Ganzen gefallen hat, gibt es auch ein paar Dinge, die ich nicht so gut fand und der Einfachheit halber, werde ich die jetzt hier kurz aufzählen.
In relativ vielen Rezepten wird deutlich mehr Öl benutzt, als nötig ist. Das Duo-Kartoffelcurry mit 8 EL ist da so ein Beispiel. Wer meinen Blog öfter liest weiß, dass ich sicher nicht fettarm koche, aber 8 EL Öl für ein Curry plus das Fett, das durch andere Zutaten ins Essen kommt? Also das muss dann doch nicht sein. Bei ganz vielen Rezepten kann man die Ölmenge halbieren oder sogar noch weniger nehmen, ohne dass der Geschmack darunter leidet.
Die Angabe der Portionsgrößen passt oft nicht. Es zog sich allgemein durch die Leserunde, dass die Rezepte, bei denen 4 Portionen angegeben waren eher nur 3 Leute satt machen, die Rezepte bei denen 2 Portionen angegeben waren machten dafür auch zumeist 3 satt. Ich weiß jetzt nicht ob das bei allen Rezepte so ist, aber bei vielen war es so. Natürlich ist 3 Portionen eine unübliche Angabe in einem Kochbuch, man hätte sie aber hier anscheinend trotzdem machen sollen.
Dafür, dass das Buch Rezepte für jeden Tag verspricht, sind für meinen Geschmack zu viele dabei, bei denen man zu viel Kochgeschirr braucht. An sich sind die Zubereitungszeiten wirklich so, dass die Rezepte alltagstauglich sind, aber wenn ich hinterher für ein Gericht drei Pfannen spülen muss, dann leidet die Alltagstauglichkeit darunter. Mal abgesehen davon, dass ich nur zwei Pfannen besitze.

Fazit
Ein sehr schön gestaltetes Kochbuch, das ich durchaus empfehlen kann. Trotz der eben angeführten Kritikpunkte mag ich das Kochbuch und werde sicherlich weitere Gerichte daraus ausprobieren. Letztlich ist ein Kochbuch ja selten etwas, wo man sich eins zu eins dran hält, Abwandlungen gehören immer dazu. Und auch wenn ein paar der Rezepte doch eher bekannt sind, habe ich auch ein paar neue Kochideen, die ich ohne das Buch so nicht gehabt hätte. Was vielleicht noch zu sagen wäre: es wird recht viel Tofu, Seitan und Tempeh verwendet, das wurde von einigen Mitkochern in der Leserunde wegen des Preises bemängelt. In vielen Rezepten kann man das allerdings auch weglassen.
Ich vergebe 3,5 Punkte.
35punkte_klein

Sigara böreği mit Bärlauch

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Die Bärlauchzeit ist ja eigentlich schon wieder vorbei, trotzdem habe ich nach meinem Bärlauchpesto heute noch ein Rezept mit Bärlauch für euch. Vielleicht geht es euch ja auch so wie mir gestern und ihr habt noch Bärlauch eingefroren. Oder ihr habt noch Bärlauchpaste, die für dieses Rezept durchaus auch verwendet werden kann, auch wenn frischer Bärlauch (oder eben tiefgekühlter) ein bisschen besser ist.

IMG_0887Zutaten:
300g Yufkateigblätter (dreieckige)
200g Feta
150-200g Bärlauch
100g Joghurt
Olivenöl

Börek kennt man ja vor allem mit Spinat und Feta oder auch mit Hackfleisch, aber grundsätzlich kann man Börek mit ziemlich vielen Füllungen machen. Letztlich ist Börek in der Türkei sowas, wie hierzulange die Blätterteigtasche, in die kann man ja auch alles reinfüllen, was rumliegt und fort muss. Und deswegen habe ich mal eine etwas andere Version gemacht, nämlich mit Bärlauch anstelle des Spinats.
Zubereitet ist das Börek ziemlich einfach, man braucht nur ein wenig Zeit um die Röllchen zu rollen. Zuerst vermischt man allerdings den zerbröselten Feta mit dem kleingehackten Bärlauch. Man kann wie gesagt auch Bärlauchpaste nehmen, ich habe hier zum Beispiel mal kurz vorgestellt, wie ich meine mache, für dieses Gericht würde ich sie dann aber vielleicht mit Olivenöl machen, das passt einfach besser. Na gut, geschmacksneutrales Öl passt immer, aber Olivenöl passt hier wirklich gut, wird ja schließlich nachher auch zum Bestreichen des Böreks verwendet. Aber ich greife vor.
Nachdem Feta und Bärlauch miteinander vermischt sind füllt man sich etwas Wasser in eine kleine Schüssel und holt sich zwei Backpinsel. Nun nimmt man eine Teigplatte und bestreicht sie zuerst dünn mit Wasser und dann mit etwas Joghurt. Dann verteilt man etwa zwei TL Füllung nahe der gerundeten Kante. Nun schlägt man die beiden Ecken der gerundeten Kante etwas ein und rollt dann ein Röllchen. Ich hab euch mal Fotos vom Hergang der Sache gemacht, ich glaube dann ist leichter zu verstehen, wie ich das meine. Also eigentlich ist es kein Hexenwerk, aber mit Bildchen ist einfach einfacher.

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Alle weiteren Yufkateigplatten werden nun genauso zuerst mit Wasser und dann mit Joghurt bestrichen, dann befüllt und gerollt. Alle Röllchen legt man schön ordentlich nebeneinander auf ein Backpapier auf einem Backblech (ein gefettetes Backblech geht natürlich auch) und bestreicht sie dann mit Olivenöl. Man sollte nicht zu sparsam mit dem Olivenöl sein, ich habe insgesamt 4 oder 5 EL gebraucht, aber man hat ja auch viele Röllchen, die isst ja nicht einer allein alle auf einmal.
Ja, und zum Schluss kommen die Sigara Börek jedenfalls bei 180°C Umluft in den Backofen, bis sie eine schöne Bräunung haben. Man kann sie auch in der Pfanne ausbraten, realistisch gesehen braucht man dazu aber mehr Öl und vor allem steht man noch länger in der Küche, weil nicht der Ofen die Arbeit macht, sondern man selbst.

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Man schmeckt den Bärlauch sehr deutlich raus, wenn man Bärlauch nicht so intensiv mag, sondern lieber dezent, dann kann man auch noch etwas gehackten Spinat zu der Mischung hinzufügen und die Börek etwas voller füllen. Oder man ersetzt einen Teil des Bärlauchs durch Spinat. Was mit Sicherheit auch toll passt, sind kleine Tomatenwürfel. Das ist mir leider erst eingefallen, als ich die Börek schon fertig hatte. Aber ich hätte ja gestern auch ohnehin keine Tomaten mehr kaufen können.
IMG_0891

bälauch breit 300Ach ja, und weil dieses Rezept mit Bärlauch ist und vegetarisch, nehme ich damit am Blogevent Bärlauchzeit von Gourmandises végétariennes teil.

[Rezension] Heuschrecken, Schaben, Mehlwürmer & Co.

9783941695504_CoverHeute habe ich meine zweite Kochbuchrezension für euch. Für den einen oder anderen ist das Thema womöglich ein kleines bisschen befremdlich, aber tatsächlich gibt es auch in Deutschland immer mehr Menschen, denen die Idee Insekten zu essen durchaus zusagt. Immerhin sind Insekten in anderen Kulturkreisen schon lange ein wichtiger Teil der Ernährung und das wäre sicherlich nicht so, wenn es sich dabei nicht um eine gute und schmackhafte Energiequelle handeln würde.
Das Buch ist bei Amazon nicht zu haben, man kann es als PDF direkt auf der Verlags-Homepage des Autors kaufen, dort gibt es außerdem auch noch andere Kochbücher. Das eBook ist außerdem als eBook-PDF bei Online-Shops wie ebook.de oder buchkatalog.de und als iBook im iBook Store zu kaufen.

Autor Thomas Biedermann
Preis 3,99€
Seiten 63
Verlag Buch-Schmie.de
Genre Kochbuch
Abbildungen 55 Farbfotos

Produktbeschreibung
Dieses kleine Insekten-Kochbuch will einen Weg weisen, Insekten schmackhaft zuzubereiten. Es enthält 17 Rezepte zu Insektengerichten in 10 Kategorien – von der Vorspeise bis zum Dessert. Man kann Insekten sehr vielfältig verwenden und zubereiten. Die Gerichte werden mit Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, Regenwürmern, Maden, Larven oder Raupen zubereitet. Regenwürmer gehören nicht zu den Insekten, das exotische Rezept ist dennoch in das Kochbuch aufgenommen.

Der Verzehr von Insekten war in Westeuropa bis vor einigen hundert Jahren sehr verbreitet und Gerichte dazu standen auf den Speisekarten. Leider ist dieses Wissen im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen und verschwunden.

Vielleicht inspiriert das Buch dazu, neue, eigene Rezepte für andere Zubereitungsarten oder gar in diesem Buch nicht aufgeführte Insekten zu kreieren. Und vielleicht gehören Insekten eines Tages wie jedes andere, bisherige Lebensmittel zu Ihrem alltäglichen Küchenplan.

Meine Meinung
Ich finde die Idee ein Insektenkochbuch zu schreiben super, da es einfach mal dazu animiert über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit Nahrungsmitteln zu beschäftigen, die man sonst eher nicht so auf dem Plan hat und allerhöchstens als Kuriosität aus dem Asienurlaub kennt.
Im Buch gibt es eine kleine Einführung in das Thema Insekten in der Küche, in der auch das artgerechte Abtöten und Bezugsquellen angesprochen werden, bei diesem Thema eine gute Idee, woher soll man das schließlich sonst wissen. Dieses Vorwort ist aber gleichzeitig auch kurz genug gehalten, dass man nicht das Gefühl bekommt ein Insektenlehrbuch oder ähnliches statt einem Kochbuch gekauft zu haben.
Die Kategorien des Kochbuches finde ich persönlich allerdings etwas übertrieben. Man findet 17 Rezepte, die in 10 Kategorien aufgeteilt sind, es gibt also einige Kategorien, in denen man nur ein einiges Rezept findet. Und man findet in den Kategorien Pfanne und Wok Gerichte mit Kartoffeln, Pasta und Reis, obwohl es diese drei Kategorien auch extra gibt. Diese Aufteilung ist also doch schlicht übertrieben. Ich persönliche hätte eine Aufteilung nach Vorspeisen/ Snacks, Hauptgerichte und Desserts sinnvoller gefunden. Gut gefällt mir dafür, dass es ein zweites Rezeptregister gibt, das nach den Insektenarten sortiert ist.
Die Rezepte sind ausführlich und nachvollziehbar beschrieben, anhand der Beschreibung sollte es auf jeden Fall gelingen die Gerichte nachzukochen. Die Fotos sind eher rustikal, man merkt hier am stärksten, dass der Autor auch der Verleger im Kleinverlag ist und die Fotos in der heimischen Küche und auf dem heimischen Esstisch entstanden sind. Der Vorteil bei solchen Fotos ist aber immerhin, dass man eine realistische Vorstellung bekommt, wie das Gericht aussehen wird und nicht von übermäßigem Foodstyling verscheckt wird.
Was mir persönlich auch gut gefällt ist, dass man nicht nur Rezept findet, in denen die Insekten sehr deutlich zu erkennen sind, sondern auch welche, in denen sie eher versteckt sind, in der Pastete zum Beispiel. Wenn man dem Thema grundsätzlich nicht abgeneigt ist, es aber noch nicht so recht über sich bringt Insekten zu verspeisen, die noch als solche zu erkennen sind, ist so ein Gericht also ein guter Einstieg in das Thema.

Fazit
Ich finde die Idee für das Kochbuch super und die Aufbereitung des Themas gefällt mir ebenfalls. Nicht ganz so gut gefällt mir wie gesagt die Aufteilung, weil sie in meinen Augen eher unübersichtlich wird durch zu viele Kategorien. Auch ein wenig schade ist, dass nur recht wenige Rezepte im Kochbuch zu finden sind. Grundsätzlich kann ich aber durchaus eine Kaufempfehlung für dieses Kochbuch aussprechen, wenn man für sich oder als Geschenk etwas sucht, was ein bisschen ausgefallener ist. Ich vergebe 3,5 Punkte.

35punkte_klein

Lachs an Zitronen-Dill-Rahm auf Spinat und Erbsen

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Karfreitag gibt es ja traditionell Fisch. Und auch, wenn ich nicht besonders religiös bin, war das bei uns nicht anders. Schließlich schmeckt Fisch unabhängig vom Grund, aus dem man ihn isst, wenn er gut gemacht ist. Und dann war da auch schlicht die Tatsache, dass ich gar nicht mehr so viel anderes im Haus hatte, weil ich Donnerstag nicht wirklich viel eingekauft hatte und der Ostereinkauf für Samstag geplant war. (Yay, völlig überfüllte Läden, in denen lauter genervte Menschen rumlaufen, die Angst haben, dass es nach Oster nie wieder die Möglichkeit geben wird einkaufen zu gehen. 1000 Jahre keine Schokolade und so. Ihr kennt das. Ich auch, deswegen habe ich den Rewe-Lieferservice bemüht, der trägt mir dann sogar meine Getränke in den vierten Stock.)
Es gab also Fisch, Lachs um genau zu sein. Mit Spinat. Und Erbsen. Und Nudeln. Und es war sehr lecker.

Zitroniger LachsZutaten:
2 TK-Lachsfilets (250g)
Ca. 200g TK-Blattspinat
Ca. 400g TK-Erbsen
200ml Sahne
100g Crème fraîche oder Schmand
1 Bio-Zitrone
Dill
Salz, Pfeffer, Gemüsebrühepulver

Da ich ja Gerichte aus dem Ofen sehr mag, weil ich damit wenig Aufwand habe, das meiste macht dann ja der Ofen, kam der Lachs mit Gemüse und Sahneguss in den Backofen. Zuerst also habe ich den Spinat und die Erbsen in eine Auflaufform geschüttet und ein kleines bisschen gemischt, da beides noch tiefgefroren war, hielt sich das Mischen natürlich in Grenzen. Darauf habe ich die beiden, ebenfalls noch gefrorenen, Lachsfilets gelegt.
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Der Sahneguss bestand aus der Sahne, natürlich, und so ziemlich der ganzen Zitrone, also Saft und Abrieb der Schale. Gewürzt habe ich mit Salz, Pfeffer und Brühepulver. Eine selbstgekochte Brühe wäre natürlich auch super, hat allerdings den Nachteil, dass sie flüssig ist. Aber es gibt ja auch genug Leute unter euch, die so gekörnte Brühe selbst herstellen. Damit die Soße etwas cremiger wird, habe ich noch die Crème fraîche untergerührt. Zuletzt kommt ganz viel gehackter Dill zu der Soße. Ich nahm auch hier tiefgekühlten. Die Soße wird mit einem Schneebesen gut verrührt und dann über den Lachs und das Gemüse gegossen. Und dann kann alles zusammen für etwa eine halbe Stunde in den Ofen, bei mir waren es 180°C Umluft und ich glaube ich hab es etwas länger als die halbe Stunde im Ofen gehabt. Ich hab es halt rausgenommen, als es eine schöne Färbung hatte und die Soße gemütlich blubberte, bei einer Glasauflaufform sieht man das ja gut, und die Nudeln fertig waren, die es dazu gab.
anstelle von Nudeln kann man sicherlich auch genausogut Reis oder Kartoffeln als Beilage wählen. Oder lowcarb essen und die Stärkebeilage ganz weglassen (dann sollte man vielleicht etwas mehr Lachs nehmen).
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Spaghetti mit Bärlauch – Paranuss – Pesto

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Die Bärlauchsaison hat begonnen! Und wie! Ich war vor 10 Tagen das erste Mal welchen pflücken und ich nehme mal an, dass dieses Wochenende, wenn ich nochmal pflücken gehe, ganze Meere von Bärlauch am Rheinufer auf mich warten.
Die erste Fuhre Bärlauch habe ich zu Bärlauchpaste verarbeitet, also einfach den Bärlauch (es waren 170g, das klingt recht wenig, ist es aber nicht) zusammen mit drei oder vier Esslöffel Olivenöl und einem Teelöffel Salz püriert und ab in den Kühlschrank. Das hatte ich vor ein paar Jahren schon mal mit dem Bärlauch damals gemacht und die Paste hat sich mehrere Wochen gehalten.
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Und einen Teil dieser Paste habe ich dann heute zu Pesto weiterverarbeitet und zu Spaghetti gegessen. Dazu habe ich 50g Paranüsse mit 2 sehr gehäuften EL der Paste (das war etwa ein Drittel von der oben erwähnten Menge), 3 EL Olivenöl und 2 TL Salz im Mixer püriert. Das Pesto war recht dick, es ist also auf jeden Fall ganz hilfreich, wenn man ein wenig vom Kochwasser der Pasta auffängt, damit es sich geschmeidiger mit selbiger verrühren lässt.
Ja, das war auch schon das heutige Rezept. Da Bärlauch ja schon knoblauchig schmeckt, braucht man für das Pesto logischerweise keinen Knoblauch mehr, also wirklich nicht, ich fand es auch so schon sehr intensiv knoblauchig im Geschmack und habe mich wirklich gefragt, ob der Bärlauch wohl dieses Jahr besonders intensiv schmeckt. Parmesan fand ich auch nicht nötig, da die Paranüsse schon ein wenig cremig sind. Also ein ganz schnelles, ganz einfaches Rezept.
Anstelle der bereits vorbereiteten Bärlauchpaste kann man natürlich auch frischen Bärlauch verwenden, davon dann in etwa 50 bis 60g.
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Tja, und ich reiche dieses Rezept beim Blogevent „Nudeln wie daheim“ von Bereggie ein. Ich finde das Thema des Blogevents nämlich wirklich toll und deswegen musste ich schnell noch einen Beitrag dazu schreiben. Das Problem war, dass ich mich wirklich schwer getan habe, das passende zu finden. ich verbinde mit der Heimat meines Herzens kein spezielles Nudelgericht und auch mit keiner der anderen Gegenden, wo ich mal gewohnt habe. Okay, ich habe lange in Stuttgart gewohnt und da wären Kässpätzle passend gewesen, aber irgendwie ist das nicht so richtig etwas, was ich mit Heimat verbinde.
Blog-Event Be Reggie Nudelevent (Einsendeschluss 31. März 2015)
Meine Rettung war, dass es schon seit langem, also wirklich seit vielen Jahren, bei meinen Eltern Tradition ist, dass es Sonntags Pasta gibt, meistens Spaghetti. Und zwar mit selbstgemachter Tomatensoße und mit selbstgemachtem Pesto. Ich gebe zu, dass es normalerweise kein Bärlauchpesto war, aber zur Bärlauchsaison dann doch auch das hin und wieder, bei meinen Eltern ist der nächste Wald mit wildem Bärlauch auch nur wenige Gehminuten entfernt, daher passt auch das. Und überhaupt, so selbstgemachtes Pesto, das hat eben doch schon was von daheim. Ich glaube diese Tradition mit dem sonntäglichen Pesto haben meine Eltern noch eingeführt, als ich noch nicht ausgezogen war. Also wirklich vor richtig vielen Jahren. Ich glaube das ist damit dann doch heimatlich genug für das Event.
Die Bärlauchsaison hat begonnen! Und wie!
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After Eight Cupcakes

4. Geburtstags-Blog-Event - Souvenirs in der Küche
Bei Dorothée von Bushcooks Kitchen gibt es noch bis morgen ein sehr tolles Event zu ihrem vierten Bloggeburtstag. Es geht darum Souvenirs in der Küche vorzustellen, also etwas das man sich mal von irgendwo mitgebracht hat und jetzt in der Küche hat. Ich habe schon ein bisschen in den bisher eingereichten Beiträgen gestöbert und es sind echt schöne Geschichten, die da erzählt werden.
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Ich habe mich ein wenig schwer getan etwas zu finden, womit ich an diesem Blogevent teilnehmen kann. Durch zu viele Umzüge, bei denen sich meine Küche öfter verkleinert hat und aufgrund der Tatsache, dass das Geld für Urlaub in den letzten Jahren nicht so da war, hält sich die Anzahl der Souvenirs, die sich in meiner Küche noch befinden, ziemlich in Grenzen. Das letzte Mal, dass ich so wirklich im Urlaub war, war 2005, damals war ich mit meinem Vater 10 Tage in Brasilien. Der mitgebrachte Cachaça ist aber natürlich mittlerweile getrunken. Von der Tagung in Kalifornien habe ich mir keine Andenken mitgebracht und bei kleineren Urlauben, wo ich einfach ein paar Freunde im Ruhrgebiet besuche oder so, da bringt man sich dann ja auch eher nichts mit.
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Noch viel früher, noch zu Schulzeiten, war ich öfter mal so unterwegs, dass es sich lohnt Souvenirs mitzubringen, ich besitze auch einige Tassen aus Schweden, allerdings befinden sich diese derzeit in einer Umzugskiste im Keller und nicht in meiner Küche. Und dann fand ich doch noch etwas, was eindeutig ein Souvenir ist und in meiner Küche steht und darauf wartet, dass ich es endlich mal wieder verwende. Und immerhin kommt dieses Andenken sogar, genau wie das Wort Souvenir, aus Frankreich. Menthe Verte von Teisseire, ein Pfefferminzgetränkesirup, um das in Frankreich beliebte Getränk Menthe à l’eau zu mischen, Minzwasser, ohne Kohlensäure.
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Hier in Deutschland kriegt man den Sirup von Teisseire mittlerweile auch, allerdings meistens nur die hier üblichen Geschmacksrichtungen Himbeere, Zitrone und so. Minze kriegt man hier kaum mal. Deswegen lasse ich mir Teisseire Menthe Verde immer mal wieder von meinem Vater mitbringen, der häufiger beruflich in Bordeaux ist. Ich war aber natürlich auch schon mal selbst in Frankreich, und habe es mir selbst gekauft.
Und heute habe ich damit noch ein paar Muffins zu After Eight Cupcakes gemacht, indem ich Buttercreme mit einem kleinen Teelöffel des Sirups aromatisiert und gefärbt habe und dann Schokomuffins damit verziert habe. Das war sehr lecker und eine schöne weitere Verwendungsmöglichkeit für den Sirup.
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Das Rezept ist fast das Gleiche, das ich auch für die Cupcakes Schwarzwälder Art verwendet habe, ich habe nur keine Süßigkeit in die Muffins mit eingebacken. Da es aber ja von After Eight mittlerweile auch so kleine Kugeln und Eier gibt, werde ich davon nächstes Mal jeweils eine in jeden Muffin backen. Ich hatte dieses Mal deutlich weniger Buttercreme, es war halt noch welche übrig, auf die gesamte Menge Buttercreme würde ich etwa einen Esslöffel Sirup verwenden, vielleicht auch anderthalb. Durch den Sirup wird die Buttercreme etwas weicher, aber man kann sie ja eine Weile im Kühlschrank kühlen und wenn man mehr Puderzucker nimmt, wird sie auch wieder fester. Ultrasüß ist sie ja so oder so, da macht das mit mehr Puderzucker auch nichts mehr.
Edit: Und hier noch ein Foto, das nicht so weggeblitzt ist, da sieht man den Grünstich des Frostings ein bisschen besser. Dafür hat der Untergrund einen Rosastich, der vom künstlichen Licht kommt, aber irgendwas ist ja immer.
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