Pierogi z mięsem/ Piroggen mit Hackfleisch

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Zuletzt sind auf den Blogs ja die Rezepte mit Fußball- beziehungsweise EM-Bezug mal wieder wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ich hatte ja auch schon ein Rezept dazu gepostet. Und ja, ich gestehe, ursprünglich wollte ich noch mehr Rezepte dazu posten, das hat sich nur bisher noch nicht ergeben. Ich bin nämlich, obwohl ich eine Frau bin, durchaus passiv fußballbegeistert. Oder vom passiven Fußball begeistert? Also mit der Idee, dass ich Fußball spielen soll, konnte man mich jedenfalls schon immer jagen, ich hasse Ballsportarten jeglicher Art. Wahrscheinlich aufgrund schwerwiegender Traumata in der Schulzeit oder so, ihr kennt das ja. Aber Fußball gucken? Immer gerne! Ich habe auch, mal wieder, mehr Spiele gesehen als mein Freund.
Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch EuropaAber genug der Vorrede, das ist ja hier ein Foodblog und kein Sportblog (soll ich einen aufmachen? Wenn ihr glaubt, dass ich bestimmt einen total genialen Sportblog machen würde und ihr mir versprecht den alle zu lesen, dann mach ich das! Schreibt mir das einfach als Kommentar.). Heute spielte Polen gegen Portugal. Und ich habe euch ein polnisches Rezept mitgebracht. Ich mag die polnische Küche sehr und so kam es mir sehr gelegen, dass bei Peters Blogevent „EuropaKochen 2016“ noch ein Plätzchen für polnische Gerichte frei war. Ich glaube fast, dass ich, wenn ich es nicht vergesse, bei Gelegenheit nochmal ein paar Worte zur polnischen Küche verlieren muss, aber jetzt geht es erstmal zu einem polnischen Nationalgericht: Pierogi z mięsem, Piroggen mit Hackfleischfüllung.
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Zutaten:
400g Mehl (evtl. etwas mehr)
1 Ei
warmes Wasser
250g Hackfleisch (Rind- oder gemischt)
2 Schalotten (oder eine normale Zwiebel)
1 EL Butter
Salz, Pfeffer, Oregano

Zuerst bereitet man aus dem Mehl und dem Ei einen schön geschmeidigen Nudelteig, damit das klappt muss man noch etwas warmes Wasser hinzufügen. Bei mir waren es ca. 150-200ml, aber eigentlich hatte ich hinterher doch das Gefühl, dass es ein wenig zu viel Wasser was. Also gebt das Wasser beim Verkneten des Teiges nach und nach hinzu. Wenn es zu viel ist, kann man das natürlich auch durch Zugabe von etwas weiterem Mehl wieder retten.
Wenn der Teig fertig ist, darf er ein bisschen ruhen, während die Füllung zubereitet wird. Dazu die Schalotten in kleine Würfel schneiden und in der Butter anschmelzen. Sie sollen ein bisschen Farbe bekommen, aber auch nicht zu dunkel werden. Die angeschwitzten Schalotten werden unter das rohe Hackfleisch geknetet, welches dann noch mit Salz, Pfeffer und Oregano gewürzt wird.
Nun kommt der kniffligste Teil: der Teig muss sehr dünn ausgerollt werden. Also es muss jetzt nicht so dünn sein, wie der frische Nudelteig, den man im Laden kaufen kann, aber so 3mm dünn wäre schon gut. Hier bin ich ein bisschen gescheitert glaube ich, aber dazu gleich mehr. Aus dem sehr dünn ausgerollten Teig sticht man nun mit einem Glas oder einer kleinen Schüssel oder so Kreise aus. Ich habe mir, vorrausschauend wie ich bin, vor kurzem so ein Teigtaschenzubereitedings gekauft, das bringt seinen eigenen Ausstecher mit, der einen Durchmesser von etwa 85mm hat. Kleiner ist aber auch nicht schlimm, größer auch nicht, aber dann wird es sehr groß.
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Die Teigkreise füllt man nun jedenfalls mit der rohen Füllung. Ich habe pro 85mm Kreis etwa einen Teelöffel Füllung gebraucht, vergessen mitzuzählen wie viele Teigtaschen ich hatte und am Ende war Teig für ein oder zwei Piroggen übrig. Zum Füllen gibt man also etwas Füllung in die Mitte des Kreises und faltet ihn dann zu einem Halbkreis zusammen. Ich hab das mit meinem Teigtaschendings gemacht, man kann aber auch mit den Fingern oder einer Gabel den Rand zusammendrücken.
Nun sind die Pierogi fast fertig, sie müssen jetzt nur noch ein paar Minuten in siedendem Salzwasser garziehen. Dazu gibt man sie einzeln mit einem Schaumlöffel in das siedende Wasser und wartet, bis sie oben schwimmen und fischt sie dann wieder raus. Also man kann selbstverständlich mehrere auf einmal im Topf haben, aber man sollte sie nacheinander hineintun. Die Teigtaschen quellen im Topf auf, deswegen fand ich meine schon ganz schön groß hinterher, also man kann die ruhig kleiner machen.
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Jetzt sind die Piroggen soweit fertig und schon sehr lecker. Man kann sie zum Beispiel mit in Butter geschmelzten Zwiebelwürfeln servieren. Oder aber man brät sie noch in etwas Butter in der Pfanne an. Das kann man übrigens auch sehr gut am nächsten Tag machen, wenn man welche übrig hat.
Ein paar Hinweise: ohne weitere Beilagen sind es bei mir zwei gute Portionen gewesen. Also fast drei, aber es war so lecker, deswegen doch nur zwei. Dass die Teigtaschen recht groß waren und ruhig kleiner als meine 85mm werden dürfen sagte ich ja schon. Und ganz wichtig: solange die Piroggen noch roh sind kleben sie relativ schnell aneinander fest, legt sie also besser nicht aufeinander beim Zusammenbasteln (ich hab das für euch getestet, war blöd). Oder bestäubt sie relativ üppig mit Mehl. Den Teig dünn genug auszurollen ist dann noch so eine Sache, das muss ich wohl noch üben. Oder ich lege mir endlich eine Nudelmaschine dafür zu. Geschmacklich waren meine Täschchen prima, aber ich hätte den Teig trotzdem gerne etwas dünner gehabt.
Insgesamt sind Piroggen nicht schwer, aber es ist eben immer viel Arbeit, so Teigtäschchen zuzubereiten. Deswegen bietet es sich eigentlich an gleich eine größere Menge zu machen und dann einen Teil roh einzufrieren. Und dann kann man auch gleich noch mit den Füllungen experimentieren. Sehr beliebt ist es in Polen zum Beispiel auch, die Piroggen mit einer Füllung aus Kartoffeln und Hüttenkäse oder Quark zu machen. Oder aber mit Sauerkraut und Pilzen.
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EM-Tomaten-Tarte

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Die EM hat bereits gestern begonnen und auf meinem Blog gibt es noch kein Fußball-Fieber-Rezept? Das kann ja nicht angehen! Was für ein Glück, dass ich das heute ändern kann, und euch mit meiner schwarz-rot-goldenen Tomatentarte erfreuen kann. Also eine französische Tarte mit Tomaten in Deutschlandfarben und das ganze schmeckt auch noch echt lecker, das ist doch mal eine typische Win-Win-Geschichte, oder?
IMG_0168Zutaten
Für den Mürbeteig:
200g Mehl
100g Butter
1 Prise Salz
Nach Belieben gehacktes Basilikum
Evtl. etwas Wasser
Für den Belag:
150g Kräuterfrischkäse
2 Eier
Kleingehacktes Basilikum
Salz, Pfeffer
300g Tomaten (ungefähr)
Für den Mürbeteig Mehl, Salz (und wenn man möchte Basilikum) und Butter zu einem glatten Teig verkneten. Wenn dieser zu bröselig wird, kann man ein kleines bisschen Wasser zugeben. Nachdem ich im Winter ja so Probleme mit meinem Backofen und deswegen mit Mürbeteig hatte, hat jetzt, wo ich einen neuen Backofen habe, wieder alles total super geklappt und man muss, wenn der Backofen nicht gerade kaputt ist, gar nicht so ein Theater um ganz kalte Butter und ganz kalt gekühlten Teig machen. Nachdem ich meinen Teig aber trotzdem gekühlt hatte, habe ich ihn schön ausgerollt, auf eine Dicke von 4-5mm und habe meine neue Tarteform damit ausgelegt und den etwas überstehenden Rand abgeschnitten. Diese ist 21cm im Quadrat klein, mein neuer Backofen hat es nicht so mit großen Formen. Vor allem diese tollen, langen, rechteckigen, sind ihm zu lang, wobei deren Gesamtfläche ja sogar ein kleines bisschen kleiner ist, ungefähr dürften die Mengen aber auch für 35x11cm Formen hinkommen.
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Nun habe ich den Frischkäse mit den Eiern und dem kleingehackten Basilikum verrührt und noch mit Salz und Pfeffer gewürzt. Diese Masse habe ich in die Tarteform gegossen und dann die Tomätchen vorsichtig hineingelegt. Also die Tomätchen hatte ich natürlich, wie man auf den Bilder ja auch sieht, vorher je nach Größe in Scheiben geschnitten oder halbiert. Und dann kam die Tarte für ca. 25 Minuten bei 180°C Umluft in den Backofen. Mein Backofen kann nur Umluft. Ich habe nämlich jetzt so ein Kombigerät aus Umluftofen, Mikrowelle und Grill. Das Ding hat einen halbkreisförmigen Garraum und mich damit sehr verwirrt! Und ich hab den Eindruck, dass Gebäck darin relativ hell bleibt. Da der Umluftofen aber grundsätzlich funktioniert und jetzt auch seinen Härtetest mit Mürbeteig bestanden hat, will ich mal nicht meckern, vor allem, da der Ofen ein Geschenk von meinen Eltern war.
Und was war daran jetzt schwarz-rot-gold? Ach ja, die Tomaten! Leider sieht man es im abgeschnittenen Zustand gar nicht mehr ganz so toll, aber die großen Tomaten sind Tomaten der Sorte Kumato, die im reifen Zustand eben fast schwarz sind. Bei dem Anschauungsobjekt neben der fertigen Tarte sieht man das ja.
Lasst es euch schmecken!
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Weiße Schoko-Erdbeer-Cupcakes

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Endlich gibt es wieder regionale Erdbeeren! Ich freue mich so darüber. Ich liebe frische Erdbeeren, aber die Gewächshauserdbeeren aus Südafrika oder wo die sonst so herkommen, die man das ganze Jahr hier kriege, die sind einfach nur steinhart und schmecken nach gar nichts. Da sind mir die deutschen Erdbeeren einfach deutlich lieber, die zwar super schnell schlecht werden, aber auch super lecker schmecken, wenn sie direkt vom Erdbeerfeld auf den Teller hüpfe. Und mal ehrlich, die steinharten Gewächshausbeeren werden ja auch extrem schnell schlecht.
Und auch wenn ich weiße Schokolade sonst nicht so mag, weil sie mir zu süß ist und irgendwie einfach nicht so meine Lieblingssorte, zusammen mit Erdbeeren ist weiße Schokolade einfach traumhaft gut. Also frische Erdbeeren mit weißer Schokolade oder Kuvertüre überzogen, sind so für sich schon ein Traum.
Diesen Traum habe ich heute aber für euch in Muffins gebacken, zu dem Zwecke damit Tobias, den Kuchenbäcker, zu seinem Geburtstag zu gratulieren.
IMG_0051Zutaten für 12 Muffins:
200g Mehl
50g Speisestärke
100g Zucker
½ Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
1 Ei
250ml Buttermilch
80ml Rapsöl
200g Erdbeeren
50g geriebene weiße Schokolade
Buttercreme:
125g Butter
100g Puderzucker
50g weiße Schokolade
3-4 EL Sahne

Wie ich das immer so mache, habe ich zuerst die trockenen Zutaten miteinander verrührt. Dann habe ich das Ei, die Buttermilch und das Öl dazugegeben und alles mit einem Löffel zu einem relativ glatten Teig verrührt. Als nächstes habe ich die weiße Schokolade in den Teig geraspelt, mit so einer Küchenreibe, wie man sie auch zum Käsereiben nimmt, ihr kennt die Dinger ja bestimmt und hinterher wieder alles verrührt. Und dann habe ich von meinen heute frisch gekauften Erdbeeren 200g in kleine Stücke geschnitten und ebenfalls kurz unter den Teig gehoben. Damit war dann der erste Teil der Geburtstagsmuffins schon fertig und diese durften dann bei 160°C Umluft für etwas über 25 Minuten in meinen neuen Midi-Backofen (davon erzähle ich euch bei Gelegenheit auch nochmal mehr, aber heute geht es ja um die Geburtstagsmuffins für Tobias).
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Nach dem Backen waren die Muffins noch sehr hell, sie hätten womöglich noch ein paar Minuten mehr verkraftet, aber ich wollte sie ja auf der anderen Seite auch nicht zu dunkel und zu trocken backen und wie immer müsst ihr das ja ohnehin mit eurem Backofen ausprobieren, ist ja jeder anders. Jedenfalls haben die Muffins schon ganz extrem lecker geduftet, als ich sie so frisch aus dem Backofen genommen habe und es ist wohl allein der Tatsache zu verdanken, dass ich mir nicht die Zunge verbrennen wollte, dass ich nicht sofort mindestens einen probiert habe.
Ich empfehle übrigens die Küchlein entweder in Silikonmuffinformen zu backen oder in Papierförmchen. Durch die Erdbeeren sind sie sehr weich und ich kann mir vorstellen, dass man sie niemals heile aus einer Form kriegt, die nicht flexibel ist, wenn man keine Papierförmchen benutzt. Aus meinen Silikonformen sind sie dafür aber fast von allein heraus gehüpft.
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Kommen wir aber mal endlich zur Buttercreme: auch für die Buttercreme braucht man geraspelte, weiße Schokolade oder Kuvertüre, ich habe die auch wieder mit so einer Reibe selbst gerieben, das ist eigentlich ganz einfach, man flucht aber irgendwann trotzdem ein bisschen, weil einem Finger oder Hände weh tun. Hilft aber nix, muss man durch. Über die Schokoraspeln gießt man die heiße Sahne. Ich habe die Sahne in meinem neuen Midi-Backofen, der auch eine Mikrowellenfunktion hat, bei 900 Watt ca. 20 Sekunden erhitzt, in einem Topf auf dem Herd geht das aber natürlich auch, für so eine kleine Menge Sahne fand ich das aber doch eher unpraktisch und ziemliche Energieverschwendung. Die Schokoraspel sind ja sehr klein, die schmelzen praktisch sofort, wenn man die Sahne drüber gießt, trotzdem sollte man noch kurz umrühren, damit man eine halbwegs glatte Maße hat.
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Nun schlägt man die zimmerwarme Butter cremig auf, siebt ein Drittel des Puderzuckers hinzu, schlägt alles weiter auf, gibt die Hälfte der Schokocreme dazu, schlägt weiter, dann siebt man wieder ein Drittel des Puderzuckers dazu, schlägt weiter, dann kommt die zweite Hälfte der Schokocreme und nach weiterem Schlagen siebt man erstaunlicherweise auch das dritte Drittel Puderzucker in die Creme und schlägt alles noch einmal weiter auf. Eigentlich auch kein Hexenwerk, nur viele kleine Einzelschritte, die insgesamt ein paar Minuten kosten. Dafür kann man die so entstandene, extrem leckere, Buttercreme nun in einen Spritzbeutel füllen und die Törtchen damit dekorieren. Und wer mag setzt dann noch eine kleine Erdbeere oben drauf.
Weil ich mich so gefreut habe, wie grandios die Buttercreme mit meiner neuen Spritztülle aussieht, habe ich nur ein paar der Törtchen noch mit Erdbeeren verziert, man soll ja auch was von den wunderschönen Buttercremekringeln sehen. Außerdem hatte ich auch schlicht nicht genug so kleine Erdbeeren, die dann auch noch schön genug waren, um als Deko zu dienen.
So, und jetzt bleibt mir nur noch, euch ganz dringend dazu zu raten diese Törtchen nachzubacken, weil sie einfach extrem lecker sind. Ich sag nur: Erdbeeren und weiße Schokolade! Ein Träumchen!
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Rhabarber-Chutney

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Ich hab ja einige Zeit nichts von mir hören lassen. Und das sogar ganz ohne besonderen Grund. Völlig grundlos war meine kleine Blogpause aber natürlich doch wieder nicht. Ich hatte einfach recht viel um die Ohren und allein der Gedanke mir jetzt auch noch ein neues Rezept einfallen zu lassen, es zu kochen, fotogen herzurichten, zu fotografieren und dann einen schönen Text zu diesem Rezept zu verfassen hat nervöse Zuckungen bei mir ausgelöst. Und da habe ich mir dann einfach mal eine kleine Pause gegönnt, habe nicht gebloggt und euch somit immerhin mit lieblos hingeschmierten Artikeln verschont.
Das heutige Rezept ist ein Gruppenprojekt, beziehungsweise ein Teil des Gruppenprojektes „Kochen nach Motto“. Jeden Monat gibt es ein neues Thema, zu dem gekocht und gebacken wird, um dann am Monatsersten des darauffolgenden Monats das Rezept zu verbloggen. Und das Thema im April war Rhabarber. Passt ja auch. Die Rhabarberzeit hat schließlich gerade begonnen und so hat ja vielleicht der eine oder andere von euch noch Zeit und Lust und Rhabarber um mein Rezept auszuprobieren. Ich habe mich mal ein wenig von den klassischen Backwerken mit Rhabarber entfernt und ein Rhabarber-Chutney für euch (und natürlich für mich) gemacht.
IMG_0223750g Rhabarber
400g rote Zwiebeln
500g Rohrohrzucker
200ml Essig
Je 1 TL Salz, Cayennepfeffer, Ingwer, Zimt und Piment
So ein Chutney ist an sich ziemlich einfach zubereitet, es braucht nur ein kleines bisschen Zeit. Zuerst putzt man den Rhabarber, also man zieht die äußerste Haut ab und schneidet die Enden ab. Dann schneidet man den Rhabarber in Stücke. Auch die Zwiebeln werden kleingeschnitten. Als nächstes karamellisiert man den Zucker in einem großen Topf und löscht ihn dann vorsichtig mit dem Essig ab. Dabei kann der Zucker größere, harte Klumpen bilden, das macht aber nichts, die lösen sich wieder auf. Nun können jedenfalls Rhabarber und Zwiebel zugegeben werden und man stellt die Temperatur der Herdplatte etwas runter und rührt eine Weile um. Das Chutney braucht jetzt eine Weile, es wird bei mittlerer Hitze solange eingekocht, bis der Rhabarber zerfallen ist und es eine dickliche Konsistenz hat. Dabei muss man immer wieder vorsichtig umrühren. Also sehr vorsichtig, das Chutney wird ziemlich heiß und wenn es etwas eingedickt ist, kann es beim Umrühren spritzen.
Wenn das Chutney die Konsistenz von einer eher dünnen Marmelade hat, kann es vom Herd genommen und in Gläser gefüllt werden.
Vom Aussehen her ist das Chutney nicht so großartig, also eher langweilig… aber es schmeckt wirklich sehr, sehr gut. Zum Beispiel als Dip zu Käse. Aber ich kann es mir auch sehr gut zu gegrilltem Fleisch oder Gemüse vorstellen. Probiert es vielleicht einfach aus. (Übrigens könnte man wohl auch etwas weniger Zucker nehmen, das Chutney wird so schon sehr süß.)
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Und hier findet ihr die Rezepte der anderen Teilnehmer am Motto-Kochen:
Rhabarber-Muffins
Rhabarberkuchen
Rhabarber-Crumble
Erdbeer-Rhabarber-Grieß

Himbeer-Eierlikör-Tassenkuchen für die Mikrowelle

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Heute gilt es meinen Backofen zu betrauern. Am Freitag wollte ich backen, weil ich mich am Samstag mal wieder mit Freunden zum Brettspielen treffen wollte. Eigentlich wollte ich mal was anderes machen, als meinen ewigen Barbarakuchen, aber dann ist mir mein Mürbeteig völlig zerlaufen und es gab doch wieder meinen heißgeliebten zitronigen Rührkuchen. Wobei das das Problem mit dem Mürbeteig war: so richtig heiß wurde der Ofen nämlich nicht, auch der Barbarakuchen brauchte einiges länger als sonst, nur einem Rührkuchen macht das ja nicht so viel. Ich hatte im Dezember schon so meine Probleme mit Mürbeteig, der zerlief und jetzt ist es amtlich: mein Backofen ist hinüber, der heizt viel zu wenig. Für jemand wie mich, die ich wahnsinnig gerne backe und Aufläufe und so weiter produziere, ist das eher blöd und der Zeitpunkt, den sich mein Ofen zum Sterben ausgesucht hat, war jetzt auch eher sehr blöd.
IMG_0171Also es gibt ja eigentlich keinen Zeitpunkt, zu dem es gut ist, wenn so ein Großgerät kaputt geht, aber es gibt Zeitpunkte, wo es eher egal ist (wenn man sich sowieso nächste Woche eine neue Küche kaufen wollte zum Beispiel), welche wo es ein bisschen blöd und solche wie jetzt, wo es so richtig, richtig, richtig blöd ist. Nicht nur, dass ich es doof finde, mit meinem Azubi-Budget auf Backofensuche zu gehen, ich habe auch keinen Bock den hier in den vierten Stock zu wuchten (und den kaputten runter) und das Ganze dann auch noch jetzt, wo noch völlig in den Sternen steht, ob ich nächstes Jahr einen Tag nach meiner mündlichen Abschlussprüfung in eine schicke neue Wohnung mit schicker neuer Küche und schickem neuen Backofen ziehe, oder ob ich damit dann noch warten werde, zum Beispiel bis meinen Freund seinen Master hat. Aber auf solche Fragen wollte der Ofen nun mal keine Rücksicht nehmen und nun ist er hinüber.
So, und damit wären wir dann jetzt auch beim Rezept für heute angekommen: es gibt Mikrowellen-Tassenkuchen. Warum? Ratet mal…

IMG_0187Zutaten:
5 EL Mehl
1-2 EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
¼ TL Backpulver
1 Prise Salz
5 EL Eierlikör
1 EL Rapsöl
1 EL Milch
Einige Himbeeren

Für die Deko:
Puderzucker
Zitronensaft
Pinke Lebensmittelfarbe
Zuerst verrührt ihr die trockenen Zutaten miteinander. Am besten nicht in der Tasse, in der ihr den Kuchen hinterher backen wollt, sondern in einer kleinen Schüssel oder so. Dann kommen Eierlikör, Öl (selbstverständlich könnt ihr anstelle des Rapsöls auch ein anderes neutral schmeckendes Öl nehmen) und Milch dazu und alles wird zu einem glatten Teig verrührt. Der Teig wird relativ zäh, passt daher auf, dass sich nicht noch irgendwo am Boden Mehlnester verstecken. Jetzt füllt ihr etwa die Hälfte des Teiges in die Tasse, legt die Himbeeren darauf und füllt den restlichen Teig ein. Und schon kann alles auf höchster Stufe in die Mikrowelle (bei meiner sind das 850 Watt). Bei mir brauchte der Kuchen etwa 2,5 Minuten, wenn eure Mikrowelle mehr oder weniger Leistung hat, kann es sein, dass es schneller geht oder etwas länger dauert. Ihr seht aber ob der Kuchen fertig ist, dann glänzt die Oberfläche nämlich nicht mehr feucht.
Für den fertigen Kuchen könnt ihr, wenn ihr mögt, noch einen hübschen pinken Guss aus Puderzucker, etwas Zitronensaft und etwas pinker Lebensmittelfarbe herstellen.
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Fazit: Ich bin jetzt wieder ein kleines bisschen mit meinem Schicksal versöhnt und werde es verkraften, dass ich bis mindestens Donnerstag absolut gar keinen Backofen habe. Am Donnerstag bringt mir mein Vater nämlich den Tischbackofen mit, der bei meinen Eltern noch rumsteht. Und bis dahin gibt es eben Mikrowellenkuchen. Mit Eierlikör. Ist ja schließlich Ostern. Zumindest heute noch. Und danach muss der restliche Eierlikör aber ja auch mal weg.
Übrigens ist der Tassenkuchen mit 2 EL Zucker wirklich extrem süß, deswegen habe ich geschrieben 1-2 EL. Ich persönlich denke, dass ein Esslöffel völlig reicht, im Eierlikör ist ja auch Zucker. In ganz vielen Tassenkuchenrezepten, die man so im Netz findet, steht, dass 4 Esslöffel Zucker in den Kuchen kommen, ich versteh das gar nicht, das ist meiner Meinung nach wirklich viel zu viel. Das ist ja immer alles Geschmacksache, aber selbst bei 2 EL hab ich ja schon einen Zuckerschock gekriegt. Also behauptet hinterher nicht, ich hätte euch nicht vorgewarnt!
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[Rezension] Ein Sommer ohne uns

Das heutige Buch kann ich nicht rezensieren, ohne auf die Leserunde bei Lovelybooks einzugehen und dazu ein paar Worte zu sagen. Schon in der Phase der Bewerbung ist mir aufgefallen, dass das Thema offene Beziehung, egal ob auf Zeit oder grundsätzlich, anscheinend ein noch viel größeres Tabuthema ist, als zum Beispiel Homosexualität oder BDSM. Die extreme Ablehnung, die dieser Beziehungsform gegenüber anscheinend herrscht, hat mich doch überrascht. Ich hätte erwartet, dass in einer Runde, in der man zum Beispiel problemlos sagen kann, dass man lesbisch ist oder Spaß an SM hat, auch zu sagen: „Ich lebe eine offene Beziehung.“ kein Problem ist. Aber es schien mir, als wäre es das doch. Von daher finde ich es umso spannender Bücher wie dieses zu lesen und zu sehen, wie dort das Thema behandelt wird, ob dort auch das Fazit ist, dass eine offene Beziehung bedeutet, dass man sich nicht genug liebt und die Beziehung eigentlich ohnehin schon am Ende ist, oder ob dort das Thema der einvernehmlichen Untreue anders und weniger negativ behandelt wird, sondern einfach als eine Möglichkeit seine Beziehung zu leben, die nicht für jeden passen muss, aber für den einen oder anderen eben passen kann.

Autor Sabine Both
Preis eBook: 8,99€
Taschenbuch: 12,95€
Seiten 240
Verlag Loewe
Genre Jugendbuch
Erscheinungsdatum 15. Februar 2016

Zum Inhalt (Klappentext)
Eine große Liebe. Und eine Auszeit von der Treue. Eine offene Beziehung. Für drei Monate. Zwischen Abi und Studium. Sich ausprobieren. Mit anderen. Danach ist alles wieder wie zuvor und Tom und Verena weiterhin ein Paar. Denn sie lieben sich und wollen für immer zusammen bleiben. Doch ist das wirklich so einfach, wie sie es sich vorstellen? Verena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben. Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage. Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. Zunächst genießen die beiden es, sich auszuprobieren. Doch sie haben nicht mit den Gefühlen gerechnet, die das Arrangement mit sich bringt: Zweifel tun sich auf. Ängste. Werden sie rechtzeitig einen Ausweg finden? Mit ihrer ganz eigenen, poetischen Sprache wendet sich Sabine Both den Themen offene Beziehung, Fremdgehen und Treuebruch zu, das viele Jugendliche bewegt, und lässt es ihre Protagonisten durchleben. Sie schildert, wie vorsichtig man in einer Beziehung mit Vertrauen und den Gefühlen des Partners umgehen sollte, ohne pädagogisch belehrend daherzukommen. Eine unterhaltsame, besondere Liebesgeschichte

Meine Meinung
Klappentext und Cover
Ich sage ja selten etwas zum Cover, aber hier tue ich es einfach mal wieder: ich hab das Cover zuerst als Fotos bei Lovelybooks gesehen und fand zwar die Idee der Gestaltung sehr hübsch und auch kreativ, aber insgesamt wirkte es auf mich doch eher recht naiv. Als ich dann das Buch in der Hand hielt und das Original gesehen habe, hat mir das aber schon deutlich besser gefallen, weil es dann eben doch durch die Gesamtgestaltung hochwertig wirkt. Grundsätzlich ist für mich persönlich das Cover aber kein totaler Eye-catcher.
Der Klappentext hat mich dafür sofort sehr angesprochen, weil ich die Thematik sehr spannend finde. Eine offene Beziehung zu leben ist ja durchaus ein ziemliches Tabuthema. ich habe sogar den Eindruck, dass es ein größeres Tabu ist, als Homosexualität oder BDSM. Von daher war ich wirklich sehr gespannt, wie das Thema in diesem Buch umgesetzt ist.
Geschichte und Stil
Der Schreibstil ist extrem schlicht. Die Autorin verwendet kurze Sätze mit wenig Ausschmückungen und im Laufe der Leserunde bei Lovelybooks habe ich festgestellt, dass es relativ viele Leser gab, denen dieser Stil gar nicht gefallen hat. Mir persönlich hat er gefallen und es hat mich nicht gestört, dass dadurch die Handlung gefühlt in kurzen Momentaufnahmen erzählt wurde. Es gibt eine Leseprobe vom Verlag und man sollte diese, bevor man das Buch kauft, also vielleicht lesen, um für sich zu beurteilen, ob man den Schreibstil mag oder eher nicht.
Die Geschichte ist wie gesagt in Momentaufnahmen erzählt, was durch den Schreibstil noch verstärkt wird. Dabei wird abwechselnd aus Verenas und Toms Sicht erzählt. Aus wessen Sicht der aktuelle Abschnitt ist, ist anhand der unterschiedlichen Schriftarten sofort zu erkennen, was ich eine gute Idee finde, um die Perspektivwechsel darzustellen. Es gibt das eine oder andere, was man im Laufe der Geschichte nicht erfährt, weil es eben nur Momentaufnahmen sind, die erzählt werden und manches dazwischen muss man sich dann denken, im Großen und Ganzen ist das aber nicht wirklich schwierig. Was mich allerdings gestört hat, war das Ende des Buches. Hier bekommt eine Nebenhandlung plötzlich eine unheimlich dramatische Wendung, die zwar grundsätzlich nicht unrealistisch ist, aber den Fokus viel zu sehr von der eigentlichen Haupthandlung wegnimmt. Dazu kommt, dass diese Nebenhandlung dann viel zu schnell abgehandelt wird, dafür wie sehr sie sich dramatisiert hat. Hier wäre es wohl besser gewesen einen Gang runterzuschalten und den Teil der Geschichte weniger spektakulär zu gestalten, das hätte dem Buch aus meiner Sicht gutgetan. Stattdessen hätte man das Ende vielleicht weniger abrupt gestalten können. Durch diese überdramatisierte Nebenhandlung am Ende, wirkt auch vieles zu klischeehaft, das wirkt sich dann auch auf die Haupthandlung aus, der etwas weniger klischeehafte Lösungen am Ende auch gutgetan hätten.
Die Charaktere
Auch wenn ich ja schon ein paar Jahre älter bin, als die beiden Hauptcharaktere, konnte ich mich sehr gut in sie hinein versetzen und fand sie glaubhaft dargestellt. Hin und wieder habe ich die beiden wirklich nehmen wollen und schütteln, für ihr Verhalten, aber ich denke, dass es trotzdem gar nicht unrealistisch dargestellt ist. Man verhält sich ja manchmal dusselig und gerade wenn man noch recht jung ist und gerade durch das Abi und vieles andere alles im Umbruch ist, dann noch mehr. Wenn ich heute drüber nachdenken, packe ich mich ja auch manchmal an den Kopf, wenn ich mir überlege, wieviel Stress ich mir hätte sparen können, wenn ich damals mal ein bisschen weniger emotional gehandelt hätte.

Fazit
Grundsätzlich hat mir das Buch gefallen und auch die Herangehensweise an das Thema offene Beziehung fand ich schön. Leider hat mir das Ende letztlich das Buch ein wenig vermiest. Wie gesagt, da hatte die Nebenhandlung zu viel Dramatik, die dann aber nicht weiter verarbeitet wurde und es wurden zu viele Klischees geprügelt, das war wirklich schade, gerade weil ja das Ende nun mal der Teil ist, den man zum Schluss liest und der damit ganz entscheidend mitbestimmt, wie einem das Buch gefällt. Ich kann daher leider nur 3 Punkte geben.
3punkte_klein

Carmenkuchen

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Ich war mal wieder beim Spielenachmittag und hatte auch mal wieder Kuchen dabei. Und jetzt komme ich auch endlich dazu, das Rezept für selbigen zu verbloggen. Wobei ich ja zugeben muss, dass ich dieses Mal nicht total übermäßig kreativ war. Aber immerhin ein kleines bisschen. Und manchmal machen ja auch kleine Änderungen schon eine ganze Menge aus. Jedenfalls habe ich heute das orangige Äquivalent zum Barbarakuchen für euch mitgebracht (und ja, Barbarakuchen ist ganz offensichtlich einer meiner Lieblingskuchen, unter anderem deswegen erinnere ich euch so oft an das Rezept, ihr sollt ihn schließlich auch so lieben wie ich). Und immerhin war ich dann ja beim Namen noch ein bisschen kreativ. Ich hätte den Kuchen ja auch schlicht Orangenkuchen nennen können, aber irgendwie fand ich, das wäre doof, unter anderem auch, weil es ja bereits ein Rezept mit diesem Namen auf meinem Blog hier gibt. Carmenkuchen finde ich viel schöner.
IMG_0038Zutaten für den Teig:
150g Mehl
150g Speisestärke
200g Zucker
2 TL Backpulver
250 ml Rapsöl
3 Eier
Saft von anderthalb Bioorange
Abgeriebene Schale von 2 Bioorangen
Zutaten für den Guss:
Saft der noch übrigen halben Orange
Puderzucker
Wie immer zuerst die trockenen Zutaten vermischen. Wenn man das Backpulver in den Teig siebt, ist die Gefahr, dass sich Klümpchen bilden noch geringen und das geht ja super schnell. Ich habe auch die Orangenschale schon in die trockenen Zutaten gemischt, wobei das wahrscheinlich keinen Unterschied macht. Zu den trockenen Zutaten gibt man jedenfalls dann die Eier, das Öl und den Orangensaft und verrührt alles zu einem glatten Teig. Ich bin bei Kuchen dieser Art zu faul auch nur den Mixer aus dem Schrank zu holen und mache das mit einem Löffel. Dann kommt der Teig in eine Form. Ich habe eine normale Guglhupfform genommen, weil ich ja etwas mehr Teig hatte, als beim Barbarakuchen, und ich mir daher unsicher war, ob meine Kastenform ausreicht. Die Guglhupfform war dafür letztlich etwas groß, aber das macht ja nichts.
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Der Kuchen kommt bei 170°C für etwa 70 Minuten in den Backofen. Ich muss ja bei meinem momentanen Ofen immer vorheizen, ob ihr das bei euch müsst, wisst ihr wahrscheinlich selbst am besten. Falls der Kuchen droht zu dunkel zu werden, kann man ihn gut nach der Hälfte der Backzeit oder so mit Alufolie abdecken.
Nach dem Backen den Kuchen gut auskühlen lassen und dann aus der Form nehmen. Und nun bereitet ihr aus dem Saft der letzten halben Orange und so viel Puderzucker, wie es eben braucht, einen schönen Guss, mit dem ihr den Kuchen verziert. Ich brauchte etwa 150g Puderzucker glaube ich, vielleicht ein bisschen mehr.
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Fertig! Lecker und gut geeignet mitgenommen zu werden. Der Kuchen kam bei allen gut an und die Bioorangen von der Obstkiste wären sonst auch nur wieder schlecht geworden, das wäre ja sehr schade gewesen, in meinem Kuchen waren sie da doch deutlich besser aufgehoben, als in einem Mülleimer.

[Rezension] Better Life

Irgendwie hat das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, mich dazu gebracht die ganze Zeit darüber nachzudenken, wie denn das wohl so wäre, wenn man eine Amnesie hat und auf der anderen Seite auch, wie es denn wäre, wenn man bestimmte Ereignisse gezielt vergessen würde. Eigentlich wird der philosophische Aspekt der Thematik im Buch nur am Rande gestreift und es ist einfach ein unterhaltsamer dystopischer Roman, aber trotzdem reichen ja manchmal so Anstupser um sich selbst philosophische Gedanke zu machen. Ich werde euch damit aber jetzt nicht weiter volllabern, schon allein deswegen, weil es auf diese Fragen weder eine einfache Antwort, noch eine allgemeingültige Antwort gibt. Trotzdem viel Spaß mit meiner Rezension und vielleicht ja auch mit dem Buch.

Autor Lillith Korn
Preis eBook: 3,99€
Taschenbuch: 12,00€
Seiten 224
Verlag Drachenmond-Verlag
Genre Science Fiction, Dystopie
Erscheinungsdatum 18. Dezember 2015

Zum Inhalt (Klappentext)
Zoe entwickelt ein Programm, mit dessen Hilfe Erinnerungen gelöscht und ganze Persönlichkeiten neu programmiert werden können. Es soll dazu dienen, traumatisierten Menschen das Leben zu erleichtern. Doch Better Life nutzt Zoes neues Programm für eigene Zwecke. Erst als sie Paul begegnet, wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar. Doch da ist es schon zu spät … Gibt es noch eine Möglichkeit diesen Alptraum zu stoppen? “Better Life – Ausgelöscht” ist der Auftakt eines spannenden Dystopie-Zweiteilers. Inklusive der Kurzgeschichte “Paul!
Meine Meinung
Klappentext und Cover
Ich mag ja blau. Es ist zwar nicht meine Lieblingsfarbe, aber ich mag blau. Und ich glaube grundsätzlich habe ich ein geheimes Faible für einfarbige Cover (okay, jetzt ist es nicht mehr geheim). Oder nennt man das Ton-in-Ton? Weil es ja schon verschiedene Blautöne sind? Wie dem auch sei, ich mag das Cover und wahrscheinlich hätte ich das Buch im Buchladen schon allein deswegen in die Hand genommen.
Und auch der Klappentext klingt spannend und macht neugierig.
Geschichte und Stil
Die Geschichte war gut zu lesen, der Schreibstil ist locker und spannend. Man kann sich schnell in die Charaktere Paul, Zoe und Marvin hineinversetzen. Ich muss allerdings sagen, dass ich anhand des Klappentextes erwartet habe, dass Zoe und Paul die Hauptcharaktere sind, tatsächlich sind es aber eher Zoe und Marvin die Hauptpersonen. Das tut aber der Geschichte an sich keinen Abbruch und es ist auch nicht so, dass der Klappentext völlig irreführend ist, da Paul schon auch eine wichtige Rolle spielt.
Ein bisschen schade war, dass doch recht viele Fragen offen geblieben sind. Zwar ist es der erste Teil einer Dilogie und daher werden sicherlich einige Fragen auch noch im zweiten Teil beantwortet werden, zumindest in diesem Band schien es mir aber, dass ein paar Dinge auch nicht weiter erklärt werden, sondern einfach so sind. Es wird nichts unlogisch dadurch, aber ich hätte mich gefreut, wenn ein paar Hintergründe noch ein wenig mehr beleuchtet worden wären.

Fazit
Ein gelungener Auftakt mit ein paar kleinen Schwächen, wo er einfach ein wenig länger und ausführlicher hätte sein dürfen. Insgesamt auf jeden Fall ein Buch, das man gut lesen kann und da es nicht so extrem lang ist, eignet es sich auch gut mal für zwischendurch. Ich vergebe 4 Punkte
4punkte_klein

[Rezension] Bewahrer der Nacht

Bewahrer der NachtMira Bluhm schreibt sonst eher humorvolle Geschichten mit Fantasyelementen, aber das Buch, das ich euch heute vorstelle hat eher weniger humorvolle Passagen und dafür umso mehr Fantasy und eine eher düstere Geschichte. Ich mag ja düstere Geschichten. Oft mag ich sie sogar mehr, als die fröhlichen, lustigen. Und das, obwohl ich Menschen, die sich nur gut fühlen, wenn es anderen schlechter geht, als ihnen, nicht mag. Na gut, ich fühle mich auch nur gut, wenn es anderen schlechter geht, das liegt aber daran, dass es mir bei Lichte betrachtet wohl nicht gut ginge, wenn es niemand gäbe dem es schlechter ginge… aber ich will jetzt mal hier nicht ins depressive Philosophie verfallen.

Autor Mira Bluhm
Preis eBook: 2,99 €
Seiten 129
Verlag BookRix
Genre Fantasy
Erscheinungsdatum 16. Januar 2016

Zum Inhalt (Klappentext)
Ein grausamer Pakt bindet Menschen und Giganten bis ans Ende der Zeit. Als Ahasverosh krank wird, steht Livius vor einer schicksalhaften Entscheidung: Soll er versuchen, den Giganten zu retten, oder soll er fliehen? Seine Reise führt ihn auf die Spur eines Geheimnisses, das die Macht hat, die Welt für immer zu verändern.

Meine Meinung
Klappentext und Cover
Kurz und knapp. Das hat ja Vorteile. Zum Beispiel ist die Gefahr, dass zu viel gespoilert wird, bei kurzen Klappentexten eindeutig geringer. Ansonsten finde ich den Klappentext jetzt zugegebenermaßen nicht so extrem aussagekräftig. Immerhin ist er aber aussagekräftig genug, dass ich wusste, dass mich das Buch und die darin enthaltene Geschichte interessieren könnten.
Das Cover gefällt mir dafür extrem gut, es ist mystisch und irgendwie geheimnisvoll und war schon irgendwie mit ein Grund, weshalb ich auf das Buch und die zugehörige Leserunde aufmerksam geworden bin. Ich bewerte Bücher ja grundsätzlich nicht nach ihrem Cover, aber bei der Frage welches Buch man im Laden in die Hand nimmt oder im Onlinegeschäft näher anschaut, spielen Cover ja doch eine Rolle. Und dieses hier macht neugierig.

Geschichte und Stil
Das Buch ist nicht besonders lang, entsprechend gibt es immer mal wieder Dinge, wo man für meinen Geschmack ruhig mehr ins Detail hätte gehen können. Es ist aber nicht so, dass Dinge fehlen, die für das Verständnis wichtig sind, auch wenn sich das komplette Bild wirklich erst nach und nach im Laufe der Geschichte zusammenpuzzelt. Es könnte eben ruhig auch ein paar Szenen mehr geben, um die Atmosphäre noch besser einzufangen und die Charaktere besser kennenzulernen und alles. Auf jeden Fall ist aber auch der Schreibstil flüssig und gut lesbar.
Die Charaktere
Für ein so kurzes Buch sind es recht viele wichtige Charaktere, sodass man jeden von diesen nur verhältnismäßig oberflächlich kennenlernen kann. Das heißt jetzt nicht, dass man sich gar kein Bild machen kann, aber man dringt doch auch nicht ins tiefste Innere der Charaktere vor und manches was sie tun ist einem deswegen vielleicht in dem Moment verwunderlich. Vor allem, weil man kaum etwas darüber erfährt, wie die Charaktere zu dem wurden, was sie jetzt sind, wie ihre Vorgeschichte aussieht.
Fazit
Ich mochte das Buch und die Geschichte sehr. Das Setting war wirklich sehr ungewöhnlich und sehr interessant gewählt finde ich und entsprechend war auch die Geschichte ungewöhnlich. Für meinem Geschmack hätte sie ruhig noch ein gutes Stück länger sein dürfen, ich kann sie aber auch so jedem Freund von düsterer Fantasy nur empfehlen.
Ich vergebe 4,5 Punkte.
45punkte_klein

Schwarzwälder Marmorkuchen

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Wie zumindest ein paar meiner Leser, die mich auch persönlich kennen, wissen, hege ich neben meiner Leidenschaft für gutes Essen und gute Bücher auch eine für gute Brettspiele in lustiger Runde. Glücklicherweise bin ich da nicht die einzige in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und deswegen treffe ich mich immer wieder mit Freunden zum Spielenachmittag. Damit für die Verköstigung gesorgt ist, bringe ich meistens einen Kuchen mit und in diesem Zusammenhang habe ich dann heute auch mal den neuen Tag #Spieletagkuchen eingeführt. Damit kann ich dann auch gleich mal ein paar alte Rezepte taggen, zum Beispiel meinen geliebten Barbarakuchen finde ich für solche Events sehr passend, weil er schnell gemacht ist und eigentlich von allen gemocht wird. Das heutige Marmorkuchenrezept hat aber auch großen Anklang bei allen ohne Nussallergie gefunden.
MarmorSWZutaten:
370g Mehl
200g Zucker
1 Päckchen Backpulver
200ml Rapsöl
5 Eier
200ml Sahne
100g geriebene Haselnüsse
100g Schokolade (Zartbitter)
½ bis ¾ Glas Schattenmorellen
Nach Belieben: Kuvertüre zum Verzieren

Wie immer werden zuerst die trockenen Zutaten miteinander vermischt, vor allem damit es keine unschönen Backpulverklümpchen gibt. Dann fügt man das Rapsöl und die Eier hinzu und verrührt alles zu einem glatten Teig. Dazu kann man den Mixer bemühen, muss man aber nicht unbedingt, ein stabiler großer Löffel oder ein stabiler Schneebesen tun es auch und verbrauchen deutlich weniger Strom. Den Teig teilt man in zwei etwa gleich große Teile. Jetzt schmilzt man die Schokolade in 100ml der Sahne und verrührt diese Schokosahen mit der einen Teighälfte, unter die andere Teighälfte mischt man die anderen 100ml Sahne und die Haselnüsse.
Jetzt füllt man zuerst den einen Teig, dann die abgetropften Sauerkirschen und dann den anderen Teig in eine Guglhupfform. Wenn man möchte kann man das natürlich dabei auch ein kleines bisschen vermischen, damit eine richtige Marmorierung entsteht, ich habe darauf aber verzichtet. Ich habe den Kuchen zuerst bei 180°C (Umluft) in den vorgeheizten Backofen geschoben, nach einer halben Stunden aber die Temperatur auf 160°C runtergeschaltet, weil ich Sorge hatte, dass der Kuchen sonst zu dunkel wird, das passiert mir ja sonst öfter. Insgesamt war der Kuchen etwa 70 Minuten im Ofen und danach gut durch, aber nicht zu dunkel.
MarmorkuchenBuntSWIch habe ihn mit einem Überzug aus etwa 150g Zartbitterkuvertüre verziert. Den Trick den ich dazu genutzt habe kennt ihr vielleicht schon, ich beschreibe das Verfahren trotzdem nochmal kurz: die Kuvertüre wird geschmolzen (logisch) und dann in die Silikonbackform gegossen, in der man den Kuchen gebacken hat. Diese schwenkt man nun ein wenig, sodass sich die Kuvertüre gut an den Seiten verteilt, man kann auch mit einem Backpinsel die Kuvertüre in der Form verstreichen, dann setzt man vorsichtig den Kuchen wieder in die Form und lässt alles richtig gut, also am einfachsten über Nacht, aushärten, bevor man die Silikonform vorsichtig vom Kuchen pellt. Die Form, die ich benutzt habe ist sehr fest, deswegen war das gar nicht so einfach, die recht engen Formen haben das Ihrige dazu getan, aber grundsätzlich sind so Silikonformen ja eben flexibel und können deswegen am Kuchen auf links gedreht werden und dann kann man den Mittelteil recht gut rausziehen. Grundsätzlich ist das echt narrensicher und die Glasur des Kuchens sieht hinterher natürlich richtig schick ordentlich aus. Ich habe sie dann noch mit ein wenig weißer Kuvertüre verziert, weil pur Zartbitter so langweilig aussah.

So, und ich nehme mit diesem schicken Kuchen am Black & White Blogevent von Ina isst teil, weil was eignet sich besser für schwarz-weiße Fotos, als ein Marmorkuchen? Der schreit doch förmlich danach. Oder das Event schreit förmlich nach Marmorkuchen? Wie rum auch immer, ich finde das passt, weil man tatsächlich fast nicht merkt, welches Bild schwarz-weiß und welches bunt ist, also wenn man sich den blauen Teller in weiß oder schwarz denkt…
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P.s.: Übrigens ist der Kuchen wirklich richtig, richtig saftig, auch nach 2 oder 3 Tagen noch. Da ein recht großer Kuchen herauskam, blieb nämlich beim Spielenachmittag etwas Kuchen übrig, der auch zwei Tage später in der Berufsschule noch top schmeckte und der Kuchen war ja schon einen Tag vorher gebacken worden.